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Unsere Mitarbeiter

Für dieses Interview haben wir Frau Rama Scharfenort gewinnen können und wir freuen uns, dass sie uns Einblicke in ihr Tätigkeitsfeld gegeben hat.

Wie lange arbeitest Du bei Tantau?

Seit 1997. Ich komme ursprünglich aus Ghana und hatte nur sehr wenige Deutschkenntnisse. Am  Anfang konnte ich deswegen nur auf Englisch mit den Kollegen sprechen. Aber durch das freundliche Miteinander sind schnell viele Kontakte entstanden, und das hat mir sehr geholfen, schnell die deutsche Sprache zu erlernen.

Dann bist Du ja in diesem Jahr schon 20 Jahre bei Rosen Tantau. Sind die Aufgaben denn immer gleich geblieben? Oder wie haben sie sich verändert?

Durch meine lange Zugehörigkeit habe ich mir Kenntnisse in vielen Bereichen aneignen können. Ich weiß, wie die Topfmaschine (für Tantop Royal® und Containerrosen, Anm. der Redaktion) bedient werden muss, ich kenne alle Schritte der Vermehrung. Aber auch die Feldarbeit ist mir nicht fremd, wie z. B. Reiser schneiden.

Heutzutage bin ich aber meistens in der Züchtung beschäftigt und genieße es, dort zusammen mit meinen Kollegen die spannenden Aufgaben in der Kreuzung und Selektion begleiten zu können.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?

Dadurch, dass die Aufgaben so vielfältig sind, gibt es keinen typischen Ablauf. Die Aufgaben-stellungen  ändern sich auch je nach Saison.

Was sind Deine Hauptaufgaben?

Nachdem alle Blüten unserer Mutterpflanzen einzeln bestäubt wurden, gehe ich daran, die Hagebutten zu ernten. Dabei muss ich darauf achten, dass die Hagebutte genau den richtigen Grad der Reife aufweist. Außerdem kümmere ich mich um das Ziehen der Sämlinge aus dem Saatbeet. Diese ausgewählten Sämlinge gehen dann in die Vermehrung, dabei veredeln wir die Gartenrosen auf die Wildlinge auf unseren Neuheitenfeldern und Schnittrosen werden getopft und bleiben in den Gewächshäusern. Bei dieser Arbeit müssen wir genau darauf achten, die Mutter- und Vaterrosen zu dokumentieren, damit wir immer wissen, welche Rose aus welcher Kombination entstanden ist.

Eine weitere Aufgabe ist das Sammeln von Blüten der Gartenrosen. Wir entnehmen den Pollen aus diesen Blüten und frieren ihn ein. So haben wir die Möglichkeit, auch dann unsere Rosen zu bestäuben, wenn die passenden Vatersorten gerade nicht blühen.

Was sind Deine Lieblingsaufgaben?

Am tollsten finde ich das Aussäen. Ca. 300 000 Samenkörner werden mit der Hand ausgesät. Das machen wir meist kurz vor Weihnachten, somit ist es also die letzte Arbeit, bevor wir in unsere Betriebsferien gehen. Was mir auch sehr gut gefällt, ist die Bestäubung. Um alle unsere ca. 80 000 Blüten zu bestäuben, benötigen wir in etwa drei Monate. Oft arbeiten wir dann auch am Wochenende, um alles zu schaffen. Aussäen und Bestäuben machen mir am meisten Spaß, da ich sehr selbständig arbeiten kann und dabei auch einen tiefen Einblick in die Züchtung und Selektion bekomme.

Und was magst Du gar nicht?

Früher wurden die Wildlinge mit der Hand gepflanzt. Das war eine sehr anstrengende Arbeit: Man stand den ganzen Tag auf dem Feld kopfüber über die Erde gebückt. Dann wurde der Wildling in die Erdrille gelegt und diese dann mit dem Fuß angedrückt. Und das im zeitigen Frühjahr, also teilweise bei Schnee, Sturm oder Dauerregen. Inzwischen haben wir dafür aber Maschinen, was diese Arbeit viel angenehmer macht.

Sind die Aufgaben das ganze Jahr gleich?

Nein. Rosen sind ja lebende Pflanzen, und daher haben wir Jahreszeiten-typische Schwerpunkte. Wir müssen uns also stets nach den natürlichen Abläufen und Wetterbedingungen richten. Das macht unsere Arbeit auch sehr abwechslungsreich und immer wieder auch sehr reizvoll.

Was sind Deine Hobbies? Hast Du privat auch einen Garten?

Nein, privat habe ich leider keinen  Garten, aber ich gehe sehr gern an der Elbe spazieren. Dort gibt es einen schönen Sandstrand und man kann die großen Schiffe beobachten, die in den Hamburger Hafen fahren. Ich koche auch sehr gern, manchmal bringe ich meinen Kollegen ein paar Kostproben von Rezepten aus meiner Heimat Ghana mit. Außerdem bin ich großer Fußball- und Tennisfan.

Was ist Deine Lieblingsrose? Und warum?

Die Uetersener Klosterrose ist meine Lieblingsrose, sie eignet sich nämlich prima für die Züchtung, sie hat einen großen Pollenvorrat und bildet sehr gute Hagebutten aus, deren Saatkörner eine hohe Keimrate haben.

 
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